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Zum hessischen Tag der Literatur stellten THS-Schüler Werke der Reiseliteratur vor
Abenteuerlicher Streifzug durch die Literatur
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HOMBERG. Heftiger Seegang, gesunkene Schiffe, wilde Ureinwohner und dramatische Rettungsaktionen: Abenteuerlich ging es am Sonntagnachmittag auf dem Homberger Burgberg zu. Zum hessischen Tag der Literatur präsentierten Oberstufenschüler der Bundespräsident Theodor-Heuss-Schule (THS) einen Querschnitt durch die Reiseliteratur verschiedener Epochen. In enger Zusammenarbeit mit dem Homberger Kulturring organisierte und moderierte THS-Pädagoge Dr. Jürgen Schulz-Grobert die Veranstaltung. Auf dem Programm standen Werke von Hans Staden, Christoph Kolumbus, Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen, Daniel Defoe und Alexander von Humboldt. Unter dem Motto "Hans Staden und seiner abenteuerlichen Brüder" schlüpften die Schüler Charlotte Hoppe, Anastasia Felde, Kathrin Felis, Christine Fahrenbruch, Jochen Franke, Marcel Smolka und Thomas Streitmatter sowie Lehrer Andreas Losch in die Rollen der Autoren und lasen ausgewählte Textpassagen. Inhaltliche Parallelen der verschiedenen Werke waren dabei unverkennbar: Sowohl die detaillierte, stimmungsvolle Beschreibung der neu entdeckten Länder und deren Bewohner als auch die Gottesfürchtigkeit der Titelhelden zogen sich durch nahezu alle Werke.
Ausgangspunkt waren die Erlebnisse Hans Stadens (1525-78) während seiner Seereisen in portugiesischen Diensten: Den Vorstoß in die Neue Welt und seine Erfahrungen mit den brasilianischen Ureinwohnern beschrieb er in der vor 450 Jahren erschienenen "Wahrhaftigen Historia". Kaum Zweifel besteht daran, dass die Reiselust des gebürtigen Hombergers durch den berühmten Pionier Christoph Kolumbus geschürt wurde und zugleich Vorläufer war für spätere Werke der Weltliteratur: In Grimmelshausens "Simplicissimus", Defoes "Robinson Crusoe" und Alexander von Humboldts monumentalen Reisebeschreibungen aus Mittel- und Südamerika Anfang des 19. Jahrhunderts fanden zahlreiche Motive des Brasilienreisenden erneut Verwendung.
Den mitreißenden musikalischen Schlusspunkt unter eine amüsant-abenteuerliche literarische Reise setzte THS-Pädagoge Francois Beilecke mit Bertold Brechts Seeräuberballade: Mit derb-verruchter Stimme brachte er dem begeisterten Publikum unberechenbare Stürme, wüst fluchende Piraten und verfaulende Schiffsplanken noch einmal zum Greifen nah.
Sigrid Ehl-von Unwerth
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